Die Kinder
Das war so schön, wenn in der Werdezeit
die Kinder mich umtanzten und umsprangen,
mein Fleisch und Blut nach harter Arbeitszeit
den Wundertraum all meiner Sehnsucht sangen.
Da hört ich wohl der Hämmer schweren Schlag
Wie weltfern noch zu mir herüberschallen,
doch um mich leuchtete ein Sonnentag
und riß mich aus des Lebens scharfen Krallen.
Und wenn sie kamen, Märchen hörten wollten,
du Vater, du, du, du – erzähle doch
die Kleinsten wieder durch die Stube trollten,
da wich von mir des Jammers schweres Joch.
Ich kämpfte, kämpfte, alles Blut war Leben,
und jeder Fluch, den ich gespien, ward Tat.
Ich fühlte ganz der Schöpfung großes Geben
und um mich reiste einer Zukunft Saat.
Noch sind sie mein – noch kurze, kurze Jahre,
dann trägt das Schicksal sie ins eigne Joch,
doch immer blühen auf dem Maialtare
die roten Rosen meiner Sehnsucht noch.