Roman

 

„Nachtgesang“

Roman von Christoph Wieprecht

   

Christoph Wieprecht beschreibt in seinem autobiographischen Roman „Nachtgesang“ die Zuwanderung seiner Eltern aus dem katholischen Eichsfeld in die aufblühende Industriestadt Essen. Das Leben in ärmlichen Verhältnissen in den Kolonien der Fabrik. Mit Nachbarn, die aus allen Teilen Deutschlands kommend, vor den sie nicht mehr ernährenden Landstrichen, in die Glück und Auskommen verheißenden schnellwachsenden Industriestädte, flohen.

Begibt man sich heute zu den im Roman beschriebenen Orte, so sind zwar einige durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges verschwunden, andere sind zu Industriebrachen geworden oder Einkaufszentren gewichen, doch man entdeckt auch noch die alten Hauser und Mietskasernen der damaligen Zeit. Und auch jetzt wohnen dort Menschen, die nicht mehr durch ihre Heimat ernährt werden und dem Ruf in den „Goldenen Westen“ gefolgt sind. Auch wenn 100 Jahre verstrichen sind - die Bilder und Schicksale gleichen sich.

Er erzählt von den Zuständen in der Arbeitswelt der beginnenden Industrialisierung an der Ruhr. Vom Lärm und Staub der Fabriken, vom Sterben der Natur und vom täglichen Kampf der Menschen, von dem wenigen, was der Vater nach Hause bringt, zu leben. Sowie von den paar Groschen, die er durch das Flicken von Schuhen dazu verdient.

Doch er gewinnt diesem allen eine positive Seite ab, indem er mit poetischen Worten und in Versen die Monotonie und Bedrückung überwindet. Das Lärmen der Pressen und Stanzen, der Staub und Gestank vom Sinter und das die Nacht zum Tag werden lassende Feuer der Hochöfen wird bei ihm zum „Nachtgesang“.

Er erzählt von der Rezession und der Arbeitslosigkeit, die ihn Bittbriefe um Arbeit für seine erwachsenen Kinder schreiben lässt, an Menschen in führenden Positionen, denen er vormals Gedichte widmete.

Er beschreibt seinen Werdegang vom Kloakendesinfektors zum Assistenten im Chemielabor, vom Handlanger in der Geschossgießerei bis hin zum Wohnungsaufsehers. Und gleichzeitig seinen geistigen Aufstieg zum „Dichter der Arbeit“. Der erst unerkannt seine ersten Verse zu Papier bringt. Später dann, gefördert von Freunden und anderen Schriftstellern immer bekannter wird und auf Vortragsreisen geht. Bis hin zum „Kruppschen Arbeiterdichter“, der in bescheidenem Maße vom Firmenbesitzer protegiert wird.

Geprägt durch den starken katholischen Glauben seiner Mutter und das dazu im Widerspruch stehende tägliche Erleben, sowie den von der Arbeit zu Wrack geworden Vater, lässt ihn ständig zwischen Anpassung und Widerstand pendeln.

Durch Hinterfragen dieses Lebens wachsen mit der Zeit seine Zweifel am gottgegeben Schicksal.

Doch auch das Private wird beschrieben. Die erste Liebe als Kind, das Kennenlernen seiner Frau und das Hin- und Hergerissensein zwischen Familie und einer unerfüllten Liebe.

 

Hier kann ich nur ein paar Ausschnitte aus dem Roman wiedergeben, sowie im Vergleich dazu, eine Reportage von Günter Wallraff aus dem Jahre 1970.

Wer den ganzen Roman lesen möchte, verweise ich auf die Bibliotheken.

 

Im Anschluss daran steht eine Liste der im Roman vorkommenden Personen und deren Vertreter im wirklichen Leben.

 

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Nachtgesang

 

Christoph Wieprecht

1924

Otto Schlingloff-Verlag, Essen.

 

 

Wahrhaftigkeit ist ein Hauptschüssel

zum Tempel

reinen schönen Menschentums

 

Sie kamen

Von den jungen Ulmen der Arbeitersiedlung raschelten die letzten braunen Blätter. Sie stand erst ein Jahr - diese Siedlung mit den Ziegelsteinhäusern, den rechtwinkligen Wegen, den offenen Bleichplätzen und den Schwarzdornhecken. Sie sollte den Tausenden, die aus allen Gegenden zur Industriearbeit herangeholt werden, ein Stück Heimat werden. Und sie kamen - Männer vom Lande - ungebrochene Naturen, baumstarke Kerle. Aus Westfalen und Hessen, aus dem Rheingau, aus Ost- und Westpreußen, Posen, Schlesien und Sachsen, lösten sich los vom Jahrhunderte alten Erbe, um Hammer und Ofenhaken, Esse und Maschine gegen Pflug und Egge umzutauschen. Familien hatten sie mitgebracht - Frauen, Kinder - kleine und große.

Auch Alois Klaus hatte die tanzende Fata morgana geschaut. In Sachsen, auf dem Eichsfelde, war er zur Welt gekommen. Früh verwaist, war er Ackerknecht geworden, hatte ein wenig das Land durchwandert, war dann nach Berlin gekommen, wo er mit fünf Silbergroschen in der Tasche voller Wehmut durchs Brandenburger Tor zog und war dann zurückgekehrt, um das Reich der Riesenschlote und Hochöfen als rettenden Hafen anzulaufen.

Es war ihm geglückt. In der Mitte der Kolonie hatte man ihm vor einem Jahre Wohnung gegeben, zwei kleine Zimmer im zweiten Stock. Sechs Jahre hatte er mit seiner Frau in alten Gassen der Stadt auf Dachzimmern gehaust, verfolgt von Krankheit und Not.

 

 

Wo kommst du her?

Er stand schüchtern, die Holzschuhe seines Vaters unter dem Arm, in dem dunstigen kleinen Raum, welcher der Herstellung von Geschossen diente. Zwei Öfen von der Größe zweier Bahnwärterbuden standen darin, die eine ihm unerträgliche Hitze verspien. Daneben standen drei hydraulische Pressen. Aber schon schleppte man weitere Teile zum Aufbau neuer Pressen heran. Diese wie die alten waren englische Fabrikate. Martin meldete sich beim Vorarbeiter, der ihn mürrisch an die Ofentür wies und ihm eine Zange in die Hand gab. Man preßte kleine Feldgeschosse im Gewichte von zehn Pfund. Martin mußte nun jedesmal, wenn ein Geschoß gelocht war, die Ofentür ziehen und einen weißglühenden Stahlbutzen mit der Zange vor die Presse werfen. Der Schweiß rann ihm über den ganzen Körper. Nach der Kaffeepause zog er das Hemd aus, da auch die andern nur Kittel, Hose und Schürze trugen.

,,Wo kommst du her - von der Polackei und willst helfen, hier alles verderben? Wir haben Klugscheißer genug - ,,, redete ihn ein rothaariger, wild aussehender Geselle, der einheimischen Dialekt sprach, an.

,,Ich verderbe euch die Arbeit nicht - ,, beteuerte Martin, Dialekt redend, ,,ich bin ein Hiesiger und froh, wie ihr alle, wenn ich ein paar Mark verdienen kann. Mein Vater hat der Firma ausgedient, seine Knochen sind kaputt; jetzt komme ich dran."

,,War dein Alter auch hier?" forschte der Rotköpfige.

,,Nein, er ist drüben im Martinwerk, fegt den Bau und streicht die Formen mit Teer und Graphit. Er ist bald erledigt und meine Mutter auch. Ich dachte ja auch, ich hätte was Leichteres gefunden, aber was soll ich machen -- ,, und Martin erzählte von seinen Verhältnissen.

,,Wie sollen wir dich nennen?" fragte der Rothaarige und faßte Martin beim Haarbusch.

,,Martin Klaus."

,,Weißt du - Martin - das ist so - meine Alten sind von hier und haben einen Kotten, den sie beackern. Es sind ja wenig Menschen von hier, und mit jedem neuen Kerl, den sie aus dem Osten herschleppen, wird es schlechter. Früher hatten wir noch einen kleinen Eichenbusch am Hause, aber da steht jetzt ein Kohlenschacht, der uns Dreck und schwarze Brühe als Badewasser liefert. Weiß der Teufel, wie das noch enden soll. Statt ein paar Groschen mehr für ein Pfund Fleisch geben sie uns lieber Schnaps, damit wir im Dusel drauflos arbeiten. Den Balg lügen sie einem voll, es würd' Geld verdient, und wenn der Lohntag kommt, guckt man in den Mond. Die Lohnschere hängt immer fertig. Na - du wirst ja sehen. Du verdirbst noch nichts; wir beide sollen schon auskommen miteinander. Also zieh' mal die Tür -,,

Und Martin zog die Ofentür hoch, faßte das zehnpfündige glühende Stahlstück mit der Zange und warf es der Presse zu. Diese drückte nieder, Graphitstaub und Schlacke wirbelten über grünen Flammen hoch, und das Geschoß hatte seine Gestalt.

In der Pause schritt Martin das hintere Gelände des Riesenbaues ab, in dem außer dem kleinen Preßraume in großen, glasüberdachten Hallen Martinöfen und Schweißöfen, große Schmiedepressen, Bearbeitungsmaschinen und eine große Walze standen. Dahinter trauerten im Schlackenboden die letzten Reste der Natur - Huflattich, Schafgarbe und einige Bruchweiden. Wehmütig wie ein Eingekerkerter betrachtete Martin das sterbende Leben im Rauch der Schlote.

Mittags durfte er nun nicht mehr nach Hause. Er mußte sich, wie alle Feuerarbeiter, das Essen bringen lassen. Und Christine hatte sich damit auf den Weg gemacht. Hustend stand sie am Tor. Martin sollte ihr gleich alles erzählen, doch dazu langte seine Zeit nicht.

,,Bis heute abend, Mutter - ,,sagte er und blickte ihr lange sinnend nach, als sie die Straße hinunterhumpelte. Dann rief ihn die Pflicht. Die Pressen sausten - die Fundamente dröhnten, und über dem Dache schossen in weißen Ringen die Dampfwolken auf.

 

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Günter Wallraff „Industriereportagen“ (März 1970) rororo Sachbuch

Auszüge aus dem Kapitel: „Sinter zwo - im Stahlwerk")

Eine Stadt aus Rauch und Ruß, und der graue Belag auf den Backsteinfassaden ist wirklicher als die Steine darunter. Die Äste der Bäume sind kahl und nebelhaft weiß, als wären sie mit Milben bedeckt. Farblos sind die Gesichter der Menschen.

Hier gibt es keinen richtigen Himmel, nur nachts das rötliche Zucken der Wolken.

Die Fabrik ist größer als die Stadt. ...

...5.30 Uhr, ein gespenstischer Zug bewegt sich durch die Straßen der Stadt. Milchige und gelbliche Lichter von Autos durchdringen kaum die graue, trübe, nieselnde Brühe. Ketten von Fahrrädern, schwankend, gekrümmte Gestalten, die sich gegen den böigen Wind anstemmen, und Fußgänger mit hochgeschlagenen Kragen, die Hände in den Hosen- oder Jackentaschen vergraben, unter den Arm die verschossene Aktentasche geklemmt oder auch nur eine Tüte mit Broten. Alte Männer, abgehärmt, mit seltsam schellen Schritten schlurfend wie aufgedreht, deren letzte Schicht nicht mehr fern ist. Und junge, mit weitausholenden Schritten, dazwischen ein kurzes Stück im Lauf, die Schultern hochgezogen, die Gesichter oft schon zeitlos alt. ....

...In der Fabrik gibt es keinen Morgen, keinen Mittag und keinen Abend. Hier ist immer Nacht. Eine Nacht, auf die kein Tag folgt, neonerhellt.

In den Ziegelsteinmauern fehlen die Fenster. Gitterförmige Luftlöcher sind an einigen Stellen eingelassen. Dahinter schimmert ein Stück Himmel, wenn es draußen hell ist, und es glitzert und flimmert, wenn die Sonne dahintersteht.

Das ist der pulverisierte Metallstaub - Sinter genannt -, der hier überall ist. Er wabbert unter jedem Schritt, klebt auf der Haut, dringt in die Nasenlöcher und Augen ein. ...

...Ich schwinge den Besen, von dichten Staubwolken umhüllt. Anfangs versuche ich, den aufgewirbelten Staubmassen zu entkommen, ich halte die Luft an und springe schnell zur Seite, wo noch kein Staub ist, holte tief Atem und fege schnell weiter, solange die Luft reicht, um dann wieder fortzuspringen. Aber ich kommen außer Atem. Es nützt nicht. Der Staub will geschluckt sein. Ihm entkommt hier keiner.

Auf der Haut bildet sich eine schmierige Kruste. Wenn ich ausspucke, erschrecke ich: Mein Auswurf ist schwarz. ...

 

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Die Personen im Roman „Nachtgesang“

und die im Leben  

Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

Alois Klaus

Konrad Wieprecht

  

geboren am 29.08.1835 in Hildebrandshausen (Eichsfeld)

gestorben am 22.10.1902 in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) Auch Alois Klaus hatte die tanzende Fata morgana geschaut. In Sachsen, auf dem Eichsfelde, war er zur Weltgekommen. (S. 1)

2) Er hatte das vierzigste, Lebensjahr zurückgelegt. (S. 12)

3) Alois war nicht mehr (S.104)

4) ,,Sie hatten da eine Todesanzeige von Ihrem Vater in der Zeitung (S. 105)

 

Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

Christine Klaus

Luise Wieprecht, geb. Rodenstock

 

geboren am 18.09.1837 in Ershausen (Eichsfeld)

gestorben am 3.7.1903 in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) Zehn Kerzen hatte er vor dem Muttergottesaltar geopfert und eine Messe für die glückliche Niederkunft Christinens lesen lassen. (S. 2)

2) Christine (hatte) das achtunddreißigste Lebensjahr zurückgelegt. (S. 12)

3) Christine, die Tochter des Dorf-Stellmachers war tot (S. 109)

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Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

1. und 2. Kind von Alois und Christine Klaus

?

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Zitate aus dem Roman:

Die beiden Ersten ruhten in der Heimat neben der Dorfkirche am dunklen Tannenwald (S. 11)

 

Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

3. Kind von

Alois und Christine Klaus

?

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Zitate aus dem Roman:

das Dritte ruhte in Magdeburg, wo er und Christine auf der Zuckerfabrik gearbeitet (S. 11)

 

Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

4., 5. und 6. Kind von

Alois und Christine Klaus

?

Bisher keine Informationen gefunden

Zitate aus dem Roman:

und die drei Andern überschattete der Rauch der Eisenessen (S. 11)

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Daten

Eltern von

Alois Klaus

Andreas Wieprecht/

 

Anna Maria Grieß verh. Witzel

geboren am 17.8.1796 in Wiesenfeld (Eichsfeld)

gestorben: Bisher keine Informationen gefunden

geboren am 22.10.1805 in Hildebrandshausen (Eichsfeld)

gestorben am 4.1.1845 in Lehna (Eichsfeld)

Zitate aus dem Roman:

Wie liebearm war doch seine Jugend gewesen - die Eltern hatte er nicht gekannt (S. 11)

Bemerkungen:

Andreas Wipprecht aus Wiesenfeld hat sich öffentlich als Vater erklärt, deshalb trägt Konrad den Namen Wieprecht. Alle 4 Halbschwestern von Konrad starben kurz nach ihrer Geburt, nur eine wurde 2 Jahre alt. Er blieb mit seiner leibl. Mutter und deren Mann Carl Witzel übrig. (Sie verzogen nach Lehna, bei Ershausen)

 

Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

Onkel von

Alois Klaus

?

Bisher keine Informationen gefunden

Zitate aus dem Roman:

er war bei seinem Onkel, einem wohlhabenden Bauern, erzogen worden (S. 11)

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tatsächlicher Name

Daten

Martin Klaus

Christoph Wieprecht

   

geboren am 15.10.1875 in Essen

gestorben am 24.9.1942 in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) ,,Scheint ein strammer Kerl zu sein; na endlich, Klaus. Der siebente Junge; die Sieben wird für Sie Glückszahl sein." (S. 12)

2) ,,Wenn unser Martin Pate werden soll - dann muß er heißen wie er." (S. 14)

 

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Daten

Anna

(Schwester von Christine Klaus)

Marichen Haurand geb. Rodenstock

geboren am 13.11.1853 in Ershausen (Eichsfeld)

gestorben am ? in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) Gegen Mittag kam Christinens Schwester Anna, achtzehn Jahre jünger als diese, (S. 13)

Bemerkungen:

Halbschwester von Luise (gleicher Vater)

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Martin

(Bruder von Christine Klaus)

Christoph Rodenstock

geboren am 2.9.1839 in Ershausen (Eichsfeld)

gestorben am 5.5.1882 in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) Martin war der drei Jahre ältere Bruder Christinens,der in einer kleinen alten Straße der Stadt einen Lumpen-handel unterhielt. (S. 14)

2) Der kleine Martin war nun vier Jahre alt und sein Geburtstag fiel leider mit dem Tage zusammen, da sein Onkel und Pate aus dem Leben schied. (S. 19)

 

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Daten

Frau von Martin

(Schwägerin von Christine Klaus)

Anna Maria Rodenstock geb. Kalbhen

geboren am 8.9.1836 in Ershausen (Eichsfeld)

gestorben am 11.2.1911 in Essen

Zitate aus dem Roman:

Gegen Mittag erschienen die Paten, Schwager Martin und Frau (S. 15)

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Heinrich (Annas Mann) (Schwager von Christine Klaus)

Phillip Haurand

geboren ?

gestorben in Essen

Zitate aus dem Roman:

Heinrich, Annas Mann, aus dem Bergwerk (S. 15)

 

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Daten

Eltern

von Christine Klaus

Johannes Rodenstock

Anna Margaretha Rodenstock geb. Grätz

geboren am 5.3.1804 in Ershausen

gestorben am 24.8.1874 in Ershausen

geboren am 24.6.1810 in Ershausen (Eichsfekd)

gestorben am 7.1.1844 in Ershausen

Zitate aus dem Roman:

Christine war die Tochter eines Stellmachers, der in dem kleinen Dorfe sich durch Anfertigen von Schiebkarren und Schüsselbrettern so durchgehauen hatte. (S. 17)

 

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Daten

Heini Klaus

Conrad Wieprecht

geboren am 22.11.1877 in Essen

gestorben im März 1879 in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) Heini hieß er und Heinrich, Annas Mann, der die Kohlenhaue zur Seite gestellt und ebenfalls den Lumpenhandel begonnen hatte, war diesmal der Pate. (S. 19)

2) Die blauen Wundersterne Heinis hatten sich geschlossen für immer. Auch der Achte ging - und mit ihm ging ein Spätsommerleuchten. (S. 21)

 

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Daten

Dortchen

(Schwester von Christine Klaus)

Christina Lucie Rodenstock

  

geboren am 23.2.1857 in Ershausen (Eichsfeld)

gestorben am 11.09.1907 in Trier

Zitate aus dem Roman:

1) Dortchen, eine Schwester Christinens, ein Mädchen von zwanzig Jahren, war zu Besuch gekommen.(S 21)

2) Die Tante ahnte ja nicht, daß er ihr dunkles Schicksal kannte - Halbbordell - Maitressenleben (S. 95)

3) die 52jährige (S. 131)

4) Der September kam. Wieder stand Martin in den Mauern der alten Moselstadt. Zum letzten Mal. Ein fast schmuckloser Sarg barg Dortchen. (S. 134/135)

5) daß auch Tante Dortchen schon geboren hatte als achtzehnjähriges Mädchen, das vom Dorfe in die Stadt kam. Das Kleine starb in der Entbindungsanstalt, der Vater, ein Husaren-leutnant von Adel, hinterließ nichts von seiner Spur - verschwand. Und dann kam ein großmütiger Retter, ein schwerreicher Aktionär, der sie zu seiner Maitresse machte, bis sie sich als Kellnerin durchschlug. (S. 135)

 

Bemerkungen:

Halbschwester von Luise (gleicher Vater)

Stadtarchiv Trier: Eintrag in den Standesamtsunterlagen: Lucie Rosenstock, gestorben 11.09.1907 in Trier, standeslos, Alter 49 Jahre, geboren zu Ershausen, Kreis Heiligenstadt, ledig, Eltern: Johannes Rosenstock, Stellmacher und Anna Maria geb. Doelle.

Adressbücher der Stadt Trier:  erster Eintrag 1890: danach wohnte eine Rosenstock, Christine Lucie, Rentnerin, Maximiner-Allee 4. Folgende Jahre bis 1901: Rosenstock Christine, Rentnerin, Maximer-Allee 31.

1903:  Rosenstock Lucie, Rentnerin, Maximer-Allee 31

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Daten

Sohn des Fabrikherrn

Gustav

und

Berta

Krupp von Bohlen und Halbach

geboren am 07.08.1870 in den Haag

gestorben am16.01.1950 in Blühnbach bei Salzburg

geboren am 29.03.1886 in Essen

gestorben am 21.09.1957 in Essen 

Zitate aus dem Roman:

1) Der Sohn des Fabrikherrn mit seiner jungen Gattin. (S. 30)

2) Unser Fabrikherr tot (S. 103)

 

Bemerkungen:

Gustav von Bohlen und Halbach war der Schwiegersohn von Friedrich Alfred Krupp. Ihm wurde der Name Krupp von Bohlen und Halbach verliehen. Bertha Krupp wurde nach dem frühen Tod ihres Vaters Friedrich Alfred Krupp im Jahre 1902 dessen Alleinerbin.

 

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Daten

Leni Honseler

?? Mitzinger

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Zitate aus dem Roman:

1) Leni, den Blondkopf. (S. 32)

2) die Elfjährige (S.35)

Bemerkungen:

(Siehe auch: Karola)

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Daten

Kinder von Anna und Heinrich

Haurand,

Franz, Anna, Karl, Else, Konrad, Joseph, Trautchen  

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Zitate aus dem Roman:

Nachmittags kam Tante Anna mit ihren sieben Kindern. (S. 35)

Bemerkungen:

8. Kind = Luise Hüls geb. Haurand

9. Kind = Mariechen Deppe geb. Haurand (Schwägerin von Paula Grautstück, geb. Deppe)

10. Kind = Fritz Haurand

 

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Krupp

Friedrich Alfred Krupp

geboren am 17.02.1854 in Essen

gestorben am 22.11.1902 in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) Der große Gründer und Organisator der Werke ... (S. 48)

2) Der alte Fabrikherr und Erfindergenius tot! (S.49)

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Daten

Siegwart Hirt

Dr. Heinrich Hirtsiefer

geboren am 26.04.1876 in Essen

gestorben am 15.05.1941 in Berlin

Zitate aus dem Roman:

1) auch sein bester Kamerad, Siegwart Hirt, einer der Ersten aus Martins Schulklasse (S. 49)

2) war zum eifrigen Vorkämpfer der Gewerkschaftsidee geworden. Unermüdlich war er für sie tätig. (S. 102)

3) zum Magistratsmitglied der Stadt gewählt (S. 137)

Bemerkungen:

Verbandssekretär der christlichen Metallarbeitergewerkschaft

Von 1921 bis 1933 Wohlfahrtsminister und ab 1925 bis 1933 auch Stellvertreter des Ministerpräsidenten

Verfolgter des Nazi-Regimes

.

 

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Großmutter von Martin (mütterl.)

Anna Maria Rodenstock

geb. Dölle

2. Frau von Johannes Rodenstock

geboren am 1817 in Ershausen (Eichsfeld)

gestorben am 2.5.1887 in Ershausen (Eichsfeld)

 

 

Heirat: 9.2.1844 in Ershausen (Eichsfeld)

Zitate aus dem Roman:

Seine Großmutter war gestorben (S. 53)

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Karl Edler

Freund von Dortchen

??

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Zitate aus dem Roman:

1) Wäre ich erst verheiratet - aber damit hat's noch etwas Weile. Mein Männe würde gern helfen. Den sollst du sehen, Christine, Katasterassistent, vierunddreißig Jahre alt - ich bin dreißig - aber ein Kerl wie ein Apoll, was anderes als Arbeiter.

2) ,,Er ist ein feiner Mensch, mein Karl, der mir eine Zukunft verbürgt (S. 62)

3) Ihr Steuerinspektor Edler. (S. 95)

4) Edler tot (S. 108)

5) - Edler starb in der Irrenanstalt an Gehirnerweichung; (S. 132)

 

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Daten

Johanna

?

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Zitate aus dem Roman:

1) Johanna hatte acht Geschwister (S. 85)

2) ,,Nach so vielen Jahren - Johanna - müssen wir uns hier begegnen?" (S. 165)

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Meister Bock

?

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Zitate aus dem Roman:

Kreischend tönte die Stimme Meister Bocks (S. 86)

 

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Luise

Anna Drexhage geb. Haurand

 

gestorben in Essen

Zitate aus dem Roman:

Er wollte seine Base, die älteste von Tante Annas Töchtern, die verheiratet war, aufsuchen. Luise war zu Hause, (S. 88)

 

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Hermine

Paula Grautstück geb. Deppe

geboren 1879 in Körbecke (Möhnesee)

Gestorben 1977 in Scherfede

Zitate aus dem Roman:

und bei ihr fand er ein rotbäckiges Mädchen vom Lande, siebzehnjährig, das ihn strahlend begrüßte. Ein stilles, eigenartiges Lächeln lag stets auf ihrem Gesicht. Neben einem Hang zur Neckerei schien in ihr feurige Jungmädchenglut bereit zu sein, alles zu empfangen und zu spenden, was der Menschenfrühling bot. Als Martin sich am Abend verabschiedete, bat Hermine - so hieß sie

(S. 88)

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Kläre

Katharina Ludwine Wieprecht geb.: Burchhardt

 

geboren am 14.02.1878 in Essen

gestorben am 08.03.1962 in Duisburg

Zitate aus dem Roman:

1) Kläre, die Tochter eines Vorarbeiters im Schienenwalzwerk, hatte er gebeten, mitzukommen (S. 91/92)

 

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Bruder von Kläre

Anselm oder Franz Burchhardt

 

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Zitate aus dem Roman:

weil auch ihr Bruder das Fest besuchen wollte (S. 92)

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Konrad Klaus

Georg Konrad Wieprecht

 

geboren am 28.01.1900 in Essen

gestorben am 02.09.1963 in Essen

Zitate aus dem Roman:

1) Den kleinen Konrad küßte und herzte sie mit Ergriffenheit

2) von Konrad, dem Ulkigen (S. 128)

 

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Karl-Heinz Klaus

Christoph, Phillip Karl Wieprecht

  

geboren 08.10.1904 in Essen

gestorben am 19.01.1972 in Mülheim an der Ruhr

Zitate aus dem Roman:

1) Kläre, die den zweiten Buben geboren (S. 117)

2) den kleinen Karl Heinz auf den Arm gab (S. 119)

3) Karl Heinz, dem kleinen Trotzkopf (S. 128)

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Anneliese Klaus

Anna Katharina Oppenberg geb. Wieprecht

  

geboren am 06.10.1909 in Essen

gestorben am 29.11.2006 in Duisburg

Zitate aus dem Roman:

1) Anneliese. Es war ein reizendes Kind mit hellblondem Haar und dunkeln Augen, das ihm Kläre nach harten Wehen schenkte (S. 127)

2) Anneliese, dem lachenden Born seiner neuen Jugend (S. 128)

 

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Grete

?

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Zitate aus dem Roman:

Oft stand Grete vor den rußigen Gebäuden der Fabrik, wenn sie morgens zur Stelle ging, wo sie als Halbtagsmädchen arbeitete (S. 161)

 

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Oskar Werner

Adolf Leipert ??

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Zitate aus dem Roman:

Martins neuer Oberingenieur war ein Mensch von großer Tatkraft und Entschlossenheit. Er forderte das Äußerste. ,,Oskar Werner geht über Leichen" (S. 171)

Bemerkungen:

Betriebsleiter der Radsatzwerkstatt

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Franz Völker

Josef Winckler

    

geboren am 07.07.1881 in Rheine

gestorben am 29.01.1966 in Bensberg

Zitate aus dem Roman:

Siegwart Hirt machte Martin mit einem blutjungen Schriftleiter bekannt gemacht, den dieser jetzt oft besuchte und der Martins Schöpfungen fortlaufend veröffentlichte. Franz Völker hatte im Auslande Theologie studiert und vor der Weihe, als er entdeckt, daß ihm das Zölibat zu einer furchtbaren Last oder gar zum Verhängnis werden würde, das Ordensgewand von sich gewiesen (S. 172)

Bemerkungen:

Schriftsteller, Dr. med. dent.

Quelle: Raimund Lorenz (Essen) Artikel: „Vorüber ist die arbeitsreiche Nacht...“ in: Krupp Mitteilungen, Nr. 4/1992

 

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Wolfgang Wolf

Heinrich Lersch

   

geboren am 12.09.1889 in Mönchengladbach

gestorben am 18.06.1936 in Bodendorf (Ahr)

Zitate aus dem Roman:

Im Redaktionsbüro Völkers lernte Martin eines Tages einen jungen Soldaten kennen, der mit kreideschlammiger Uniform aus der Champagne kam - Wolfgang Wolf. Mit tiefer Ergriffenheit hatte Martin oft dessen Dichtungen gelesen, Gedichte von packender Gewalt, die jetzt in Buchform erschienen. Wolfgang war wie er ein Mensch aus dem Arbeiterstande und hatte vor dem Kriege die Welt weit durchwalzt, war nach Italien gekommen und hatte zuletzt in Rom halbzerlumpt Arbeit gefunden. (S. 173)

Bemerkungen:

Schriftsteller

Quelle: „Christlicher Familien-Kalender“ 1919, 25. Jahrgang Artikel Seite 55

„Zwei Arbeiterdichter“ von Johanna Arntzen

Zitat: „Noch klebt der Kreideschlamm der Champagne an seinen Soldatenkleidern und seine Seele ist voll von dem großen und starken Erleben, aus dem heraus er uns so herrliche Zeitlieder schenkte. Sein Lied „Soldatenabschied“ hatte ja Flügel.“

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Therese Berndsen

Johanna Arntzen     (-Schmidt)

Geboren am 5. Juni 1874 in Krefeld. Sie lebte von 1900 bis 1918 in Gelsenkirchen-Rotthausen, war Lehrerin an einer Höheren Mädchenschule in Essen, unterrichtete an der Universität München und lebte als freie Schriftstellerin in München. Ihr Todesdatum wurde nicht ermittelt.

Zitate aus dem Roman:

Eine junge talentvolle Schriftstellerin, Therese Berndsen, die über Martin einen großen Artikel geschrieben und veröffentlicht hatte, lud ihn persönlich zu einem Besuche ein (S. 173)

Bemerkungen:

(wohnte in Essen Margaretenhöhe) Quelle: Anna Oppenberg, geb. Wieprecht

 

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tatsächlicher Name

Daten

Karola Honseler

?? Mitzinger

eine Lehrerin eines Lyzeums

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Zitate aus dem Roman:

Es ist Karola Honseler, Lehrerin am Augusta-Lyzeum; übrigens eine nicht zu verachtende Gesangskraft, konservatorisch gebildet." (S.176)

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Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

Fritz Birkenkamp

Otto Wohlgemuth

geboren am 30.03.1884 in Hattingen

gestorben am 15.08.1965 in Hattingen

Zitate aus dem Roman:

Sein Freund, ein junger Bergbeamter...Er selbst malte und schrieb gute Verse, zarteste Lyrik. Fritz Birkenkamp war ein Mensch, mit dem sich Martin Klaus gut verstand. (S. 220)

Bemerkungen:

Schriftsteller

 

Name im Roman

tatsächlicher Name

Daten

Viktor Berg

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Zitate aus dem Roman:

Auf der Höhe traf Martin noch einen alten lieben Freund, Viktor Berg, den er vor Jahren als Werkstattschreiber kennengelernt und der ein Urneffe Jean Pauls war. In feuriger Sprache wußte er Martins Muse zu feiern. (S. 223)

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